15:
Und darauf ich zu ihr:
150 Euro? Madame, das is nich wenig Geld. Davon hatten wir dreimal essen gehen können, ich hatte dich sechs Mal besuchen kommen können, das wären 300 Panini-Sticker Packungen gewesen! À 5 Bilder. Das wären 1500 Panini-Sticker gewesen. Da hätte Christiano Ronaldo bei sein können! Von dem Geld hätte ich mir 30 Kilo frischen Kasseler Nacken kaufen können oder 50 Kilo Spargel, oder sieben Gramm Gold. Ich hätte mit der Bahn nach Zürich und zurück fahren können. Oder nur nach Freiburg und dafür im Bordbistro noch nen Salat essen.
150 Euro, dafür kann man zum Beispiel einen Husky-Schäferhund-Mix-Welpen bekommen, den Ikea Pax-Kleiderschrank mit drei Türen oder eine Haarverlängerung jetzt nur 150,-Euro / Echthaar TOP Angebot. Einfach melden unter 069919881986. Das sind 50 Rosen, 3 Hosen, dafür kriegt man nen riesengroßen… Lutschbonbon oder 300 Dosen Ravioli.
Ich könnt damit zur Hälfte nach Marokko fliegen und dann über dem Mittelmeer abstürzen. Das ist eine Nacht Luxus in München, drei schlechte Blowjobs in Hamburg, 100 schlechte Würstchen in Frankfurt, einen Monat kalt wohnen in Erfurt.
150 Euro…
Das sind 300 Mark. 3000 Reichsmark, 32828 nigerianische Naira, 2.120814 indonesische Rupie.
Selbst Michael Schuhmacher müsste für dieses Geld fast zwei Stunden lang leben.
Wir hätten zu zweit die Jungfernfahrt der Titanic miterleben können, den Absturz der Hindenburg, den Bahncrash in Enschede. Ich könnte dir damit nicht den Mond vom Himmel holen, aber immerhin hätten wir uns ganz romantisch einen Fernseher kaufen können, um die Mondlandung 1969 mit zu erleben.
150 Euro kostet eine originale 1934er Alpenrosenbriefmarke auf geriffeltem Papier direkt aus dem Oberlöchli in der Schweiz. Das sind mehr als ein Breakfast at Tiffanys, mehr als 120 Kilometer Taxifahren, mehr als mit Delfinen zu schwimmen, oder Whales zu watchen oder weight zu watchen oder Bay zu watchen. Mehr als 7500 Mal so rischdisch Kacken zu gehen und danach die Toilettenspülung zu drücken. Die Toilettenspülung zu drücken. Die Toilettenspülung zu drücken. Die Toilettenspülung zu drücken.
Für 150 Euro bekommt man eine Gaspistole samt Munition, aber keine vernünftige Kugelsichere Weste. Für 150 Euro kann man seinem Kind in Bayern drei Jahre lang die Schulbücher bezahlen. Oder der Staat kann davon zwei Tage Gefängnis finanzieren.
150 Euro kostet ein halbe Milchkuh in Ruanda. Oder du kannst dort ein kleines Kind davon sechs Monate lang durchs leben bringen. 40 Euro kostet ein Aidstest. 5 Euro ein Packung Kondome.
Und du fragst mich, was 150 Euro sind?
Letztendlich sind es nur zwei bis drei Lappen Papier.
Und jetzt komm, lass uns ein Eis essen gehen.
15:
Herr Herrmann Mann,
ein einsamer Same,
wär vielleicht viel leichter dran,
hätte der arme eine Dame,
denn die, die die diamantenen Herzen der Damen gewinnen, nennen nennenswerte Werteforscher sicherlich Glücklich
doch Herr Herrmann Mann
sieht durchaus durch aus
und keine kleine Dame entzückt sich
Unternehmen unternehmen viel,
vielleicht leicht viel zu viel
„Schönheit in nur einem Jahr, ja wahrlich wahr“, wars was man warb, was man verspricht.
Verschönern, schön an sich,
doch irgendwann dann wandern
bei Herrn Herrmann Mann
alle Versuche suchend ins nichts
Mak mag Magermodels,
Matt mag Mett
Und er, Herr Herman Mann,
er käm gern bei Anna an,
an Annas Ananas nassnasig naschen,
davon träumt Herr Herman Mann
schon unwahrscheinlich lange,
doch vor ihm im Kaffee-Geschäfte eine komisch konisch lange Schlange
da half kein Murren, Schnurren, Gurren oder Quaken,
das einzige, was man machen konnte,
und ich sag es, weil es wahr war,
war warten.
Denn ihr Kaffee war besser als aus diesen Automaten.
Das liebte man so an ihr.
Ihr irisches Kaffesortiment, ihren englischen Tee mit orientalischen Gewürzen, ihre Milchshakes oh mein Gott!
Oder, wenn man wollte auch nur einen Pott Pott.
Nichts gegen Mandy, die mechanische Kaffee-Fee, mit ihren Kaffee-Fee-Fähigkeiten von go to to to go.
Nein, Anna war gar wunderbar, bar barbarischer Makel
und es konnten ihre Körperformen Formen formen… formulieren wir es so:
Sie konnte sich mit ihren Brüsten brüsten.
Sie, sie war sein Traum, Raum seines Herzens hatte sie gewonnen.
Er, der very poore pure Downtown-Clown,
sie das coole Girl aus der Uptown.
Doch bricht dein Herz einmal entzwei, oder vielleicht sogar in Drittel,
dann fühl dich nicht als Abschaum
streu Streusalz als Wunder-Wund-Allheilmittel,
dann kannst du ja vielleicht sogar die Uptown abtau’n…
15:
Du, du trägst einen schwarzen Anzug. Mit einer rot benadelstreiften Krawatte. Du trägst schwarze Haare, mit lila Strähnchen drin, damit die Welt mal ein bisschen bunter ist. Und wenn du nicht mehr richtig lachen kannst, dann setzt du dir so Glitzersternchen in die Zähne. Die Strahlen imer!
Du isst gerne Fleisch, aber ansonsten versuchst du, vegetarisch zu leben. Deshalb sagst du auch „Quotationsmarks“ und nicht „Gänsefüßchen“. Dein Obst kommt von freilaufenden Bäumen. Deine Krawatten sind von glücklichen Seidenraupen. Du achtest darauf, dass deine Sneekers nur von Kindern aus Bodenhaltung gemacht werden.
Du bist cool. Du liegst im Trend. Perfekt gestylt von hier bis zu deinem letzten Hemd.
Du, du schreibst kein Tagebuch, du schreibst dein Leben Protokoll.
Morgens auf stehen, abends schlafen gehen und du fragst dich, was das soll-
Du warst immer so geht so, so Mittelmum.
Du bist normal. Du bist so normal, du wärst ein guter Selbstmordattentäter. Von dem dann die Nachbarn und Familienangehörigen später sagen: „Was? Unser Timo. Ojemine! Das hätten wir nun wirklich nicht erwartet. Der war doch immer so normal.“
Du bist normal, so normal. Anders willst du gar nicht sein.
Auch wenn es nicht die Wahrheit ist, so wahrst du doch den Schein
Wenn du johlst, dann johlst du laut und schreist: „Heeeey! Geht so!“
Und du: Liebe ist für dich zu Emo und Sex hast du nur für das Rauchen hinterher.
Erzähl ich dir von meinen Problemen, sind es bei dir immer mehr.
Du nimmst die Pille danach, denn du würdest dich gern selbst abtreiben.
Du hörst das Leid nicht gern von andern, du möchtest lieber selber leiden.
Und die Sonne geht auf und die Sonne geht unter und strebt nach dam Ort, wo sie auf geht. Und du stehst auf, aber wirst nimmer munter und du strebst nach dem Tag, da du draufgehst.
Wenn man dich fragt, wies dir geht, dann sagst du meist: „Ach frag man lieber nich.“
Wenn man dir sagt, dass man dich liebt, dann fragst du, sorgst du dich denn auch um mich?
Du kommst vom Regen in die Traufe und von der Traufe in den Schnee
In dir lodern schon lange keine Flammen mehr,
es läuft ne Kaminfeuer-DVD.
Krieg den Arsch hoch
Zieh den Stock raus
Bau dir nen Zepter
Oder nen Pflock draus
Du hast n Arsch voll Probleme, dann scheiß doch die Wand an.
Tapeten kann man neu beziehen, du musst bloß mal anfangen.
– und dann musst du vielleicht mal knietief in der Scheiße stehen, aber so wie es jetzt ist, so kanns nicht weitergehen.
Krieg den Arsch hoch!
Zieh den Rock aus!
Leg die Eier auf den Tisch!
Änder mal die Sicht
Duuuu kennst das ja:
Die ersten werden die letzten sein,
die derbsten werden die whacksten sein,
die Verse werden die Sätze sein
Wenn du beim Sport immer als letztes gewählt wurdest, dann werd halt Tennislehrer. Dann bist du der Typ, mit dem die Frauen die Typen hintergehen, die dich früher immer ausgelacht haben!
Wenn dein Chef dir wieder mal sagt, dass du dieses falsch, jenes schlecht und überjenes aber mal wieder sowas von verbockt hast, dann schlag ihm ins Gesicht. Verbal und freundlich natürlich, aber bestimmt. Schlag es durch die Blume.
Und wenn du beim Theaterspielen wieder mal der Baum sein musst, dann wirst du der verdammt nochmal beste Baum dieses Universums sein. Sei der Waldschrat. In deinen Blättern wird man den Wind rascheln hören, Uhus werden zwischen deine Ästen hausen und Horden von Eichhörnchen werden aus allen Ecken und Winkeln gerannt, durch Fenster und Türen gekrochen und über höchste Hindernisse gesprungen kommen, nur um eine paar Nüsse in dir zu verstecken. Kritiker werden schreiben: Baum: Ekstatisch! Der Baum stellte alle in den Schatten. Mitloff beherrschte den Romeo, Svalettka überzeugte als Julia, aber Günzelsen als Baum überragte sie alle. Jung, dynamisch, vital. Du bist der Baum, Mann!
Sei kein Frosch! Sei eine Kröte! Eine grüngelb gestreifte Sumpfrohrkröte, mit dem giftigsten Schleim und der längsten Zunge überhaupt! Flieg wie ein Schmetterling, stich wie eine Biene!
Du hast nur eine Hand voll Leben, also nimm es in die Hand
Und erst wenn du mal den Teufel triffst, dann mal ihn an die Wand
11:
Christo sagt:
„Vergänglichkeit ist ein großer Teil meiner Vorstellung von Kunst. Denn die Zerstörung ist eingeplant.“
Ich sage:
Ich bin Kunst!
Ich begehe meinen Lebenslauf nicht auf ausgetretenem Pfade. Neue Wege braucht das Land! Neben der Spur ist mit einem Bein schon halb im Grabe, doch
Ich bin Kunst!
Und meine Küche ist ein Stillleben! Teller stapeln sich bis zur Decke, Kochtöpfe stehen, kleben neben- und ineinander, eine Leberwurst liegt beleidigt in einer Ecke und entwickelt langsam und still Leben. Expressionismus am Küchentisch! Ich esse einen Topf Tomaten, trinke ein Glas Essig, kotz es gegen die Tapete, streu Zucker drauf und nenne das ganze „Ketchup auf Leinwand“.
Ich bin Kunst!
Ich erfinde völlig eigene Wortkreationen wie: „Das ist ja total torpedostyle, Digger!“
Ich setze Kunstpausen da, wo sie niemand… erwartet.
Mein Finger liegt im Auge des Betrachters. Ich trage Brillen aus Fensterglas, Fenster aus Brillenglas, Gläser aus Bechern, Bächer aus Flüssen, Flüsse aus Seen und apropos Aussehen:
Die Haut wie gemalt, jeder Pickel ein Schönheitsfleck! Verbindet man die Leberflecken auf meinem Rücken nach dem Prinzip von Malen nach Zahlen, ergibt sich ein Bild meiner Mutter. Das nenne ich ein Muttermal, das sich sehen lassen kann!
Ich bin Kunst!
Ich trage keine Designerklamotten. Ich trage das Adamskostüm, nur mit einem Buchsbaumblattvor der Scham bekleidet.
Ich schwimme gegen den Strom, ein ausgetrocknetes Flussbett hinauf, bis ich ganz oben auf dem Olymp angekommen bin. Mir wird arschkalt, weil so ein Buchsbaumblatt echt nicht viel hergibt, aber das ist egal, denn ganz oben stelle ich mich auf das Gipfelkreuz, pisse gegen den Wind auf einen Elektrozaun und schreie:
Ich bin Kunst!
Und ich nehme auch die Drogen, die ein Künstler nehmen muss:
Crack, LSD, Kokain, Heroin, Eigenurin, Gras, Brom, Lachgas, Cristal, Uhu-Stick, Nagellackentferner, Poppers, Bier, Wein, Kaffee, Cola, Milch, Morphium, Speed, Pilze, Frösche lecken, Stechapfel, Mohnkuchen, Cookies, Ether, Spice, Corega-Tabs – mit zwei Phasen – , Penizilin, Benizidrin, Ephidrin, Nikotin, Gagain, Dadain, Koffein, Teein, ihn, ihn, ihn und ihn und euch alle… ihr seid meine Droge…
Ich bin Kunst
Und zwar Moderne!
Noch eine Glatze, doch bald eine Mähne! Haare vom Arsch auf den Kopf transplantiert, da extendiert, coloriert, manipuliert, gegelt, gestylt, frisiert… und schon seh ich aus wie ein Arsch mit Ohren. Und dann wird nicht mehr geschminkt, dann wird gebodypainted! Artificial Arts! Selbst mein Lächeln ist künstlich. Leute lassen sich mein Gesicht auf den Hintern tätowieren und dann scheint ihnen die Sonne aus dem Arsch!
Ich bin Kunst!
Da kann man sich nen Ohr von abschneiden.
Ich stelle mich vor das Bild eines aufstrebenden Jungkünstlers und sage zu ihm: „Katze… Feuer… Probier es mal damit.
Ich werfe Steine im Glashaus, Scheine im Freudenhaus, Kohlendioxid im Treibhaus, Schuhe im weißen Haus, n Arsch voll Probleme? Ich scheiß drauf! Ich nehm reiß aus! Schmeiße Schnitzel vom Grill und lege Mais auf! Mach dir da mal nen Reim drauf! … Torpedostyle.
Ich… sprenge den Reichstag. Das hat nichts mit Kunst zu tun. Es wäre einfach an der Zeit. Aber die Kritiker werden sich den Kopf zerbrechen: Broode sprengt den Reichstag. Was will er uns damit sagen? Ein Aufschrei gegen die Menschheit? Ein anprangern der vorherrschenden gesellschaftlichen Strukturen? Katze? Feuer?
Und dann, wenn ich alles erreicht habe, wenn es in den Trümmern um mich herum vor Ehrfurcht buchsbäumchenstill wird, dann mache ich Kunst vergänglich, nehme ein Seil und…
11:
12.04 Mainz
13.04 Darmstadt
14.04 Osnabrück
20.04 Helmstedt
21.04 Dessau
22.04 Halle, Turm
26.04 Bremen
10.05 Dachau
11.05 Landsberg
12.05 Salzburg
13.05 München
14.05 Krakau (POL) – Autonama
15.-17.05 Lemberg (UKR) – Autonama
18.05 Dresden
19.05 Gera
24.05 Mannheim
25.05 Heidelberg
26.05 Weimar, Mon Ami
30.05 Hamburg, Bunker
31.05 Lüneburg, Salon Hansen
09.-13.06 Israel – Autonama
05:
Hey Leute!
Bald ist mein Buch da!!! Und wenn ihr fein hier auf der Seite sucht, findet ihr sicherlich auch eine Leseprobe! Am 29. Oktober, pünktlich zum National wird es erscheinen!
Also, sobald es da ist: Ab zu Mama, Geld leihen, Buch bei Amazon bestellen, im Buchladen bestellen, bei Lektora bestellen und/oder direkt per Mail bei mir bestellen, lesen, geil finden, weiterempfehlen, nochmal lesen, nochmal geil finden und dann für teuer Geld bei Ebay versteigern und auf die vergoldete Sonderedition mit pinguin-fellernem Einband warten.

Genießt euer Leben wie Pollen in der Nase,
der Bleu
28:
Texte von und für die Bühne. Bild und Ton einfach vorstellen.
28:
Texte, die eher nicht für die Bühne geschrieben sind.
28:
Endlich steht der Termin der Bucherscheinung fest: Am 29. Oktober, genau pünktlich zum National ist es soweit! “Kleinstadtgeschichten”, mein erstes und bisher bestes Buch erblickt in millionenfacher Ausführung das Licht der Welt!
Die Taufe wird am 7. Dezember im Tower in Bremen sein! Mit den Gästen Sebastian23, Lars Ruppel, Andy Strauß und Tobias Kunze. Kommt vorbei! Das wird toll…
