Über Bleu Broode
Bleu Broode schreibt schon, seit er denken kann, und an davor kann er sich nicht erinnern. Wahrscheinlich ist aber, dass er wohl bereits vor seiner Geburt am 03.02.1989 anfing, sich im Mutterleib schon mal Gedanken darüber zu machen, mit welchen kleinen sinnvollen und geistreichen Geschichten er seine Umwelt belustigen und nachdenklich stimmen könnte.
Begonnen hat das Ganze in Geesthacht bei Hamburg. Bleu erblickte dort, nur einen Steinwurf entfernt vom Problemreaktor Krümmel, das Licht der Krankenhausdeckenbeleuchtung. Doch dort, wo Bleu eventuell doch auf dumme Gedanken hätte kommen und eventuelle Überbleibsel der Nobelschen Dynamitfabrik noch für seine Zwecke hätte nutzen können, wurde nicht lange verweilt und Bleu wuchs kurzerhand im Schatten der Stadtmusikanten in Bremen auf. Vielleicht waren es aber auch erst diese, die ihm den Gedanken an einen Bekanntheitsgrad, der sich über den familiären erstreckt, schmackhaft machten. Denn die Stadtmusikanten zogen ja bekanntlich von Land zu Land und so verschlug es auch Bleu von Bremen weiter nach Erfurt und von dort wieder weiter nach Jena. In Jena wird er dann nun bald die Freuden des jungen Studentenlebens weiter auskosten dürfen und in in seinem Theologie-Studium vielleicht endlich mal mit Gott über die Welt sprechen können.
Aber Bleu ist nicht nur ein Träumer und Reisender. Nein, er ist auch wirklich eine Art Stadtmusikant. Er ist nämlich ein Slam-Poet. Im Jahre 2008, in diesem seinem ersten Slamjahr gelang Bleu der Auftakt seiner ganz persönlichen Karriere als U20-Nationalsieger. Danach hatte er zahlreiche Auftritte von Hamburg bis Wien. Unter anderem absolvierte er Auftritte im Züricher Schiffbau, im Freiburger Schauspielhaus, vor der Wirtschaftselite Deutschlands im alten Regierungssitz auf dem Petersberg, beim Grand Slam of Saxony in der Jugend Garde in Dresden, beim Kuttner-Slam auf Sat.1, bei dem 70 Geburtstag seines Opas, auf der Hochzeit seines Onkels und auf der Hochzeit zweier völlig wildfremder Leute, deren Party er stürmte, dabei aber aus versehen auf einer Bühnelandete und deren Namen er bis heute nicht kennt. (Das heißt, er kannte sie, hat sie aber im Rausch vergessen… Er glaubt, die Frau hieß Steffi. Ganz lieben Gruß an dieser Stelle!)
Doch dieses wird wohl nicht alles sein, was Bleu an Höhepunkten erleben wird. Man kann fest davon ausgehen, dass dieser junge Hahn noch einiges mehr erleben und schreiben wird, um auch weiterhin Anhänger für sich zu gewinnen und seine Zuhörer mit einer, aus Krümmel geklauten Portion Kernschmelz-Dynamit zum Nachdenken und Lachen anzuregen.

Der Poet über sich:
“Ich bin ganz klischeehaft zum Poetry Slam gekommen. Ich hab schon seit ich denken kann irgendwelche kleinen Geschichten geschrieben… (Ich weiß noch, meine erste Geschichte hat meine Mutter gelöscht, weil sie zu grausam war… Da ging es um den schwarzen Ritter, der mit allen Ländern Krieg führt und seinen Vater umgebracht hat. Dann kommt sein Bruder und will ihn aufhalten, doch den Bruder tötet er auch…). Nicht so ungewöhnlich, wenn man davon absieht, dass ich fünf war und mich tatsächlich sehr oft mit meinem Bruder gestritten hab. Zu meinem Vater hatte ich ein gutes Verhältnis – auch wenn meine Eltern sich früh getrennt hatten. In der 10. Klasse habe ich dann angefangen, intensiver zu schreiben. Mir und meinen Kumpels ging viel zu viel pubertärer Mist durch den Kopf, als dass ich das für mich behalten konnte… Hätte ich es nicht aufgeschrieben, hätte ich mir wahrscheinlich die Finger wund onanieren müssen und wäre wegen geistiger Verwirrung in eine Anstalt gekommen. So ist aber nur eine 105 Seiten lange Geschichte entstanden, die aus meiner heutigen Sicht wirklich sehr schlecht ist und nur mit Sex, Beleidigungen un schlechten Witzen über Herr der Ringe vollgestopft ist (Hört sich nach Zeug für einen Hollywoodkracher an!).
In der zwölften Klasse, mit 17, entstand dann nochmal etwas Ähnliches, bloß kürzer und besser (aber immernoch nicht gu wirklich gut – viel zu kitschig). Ich wollte damit ein Mädchen beeindrucken. Hat geklappt. Geil!
Und dann fand ich irgendwann einen Flyer für einen Poetry Slam Workshop bei uns in einem Bremer Museum. Ich hatte immer schon nach einer Möglichkeit geguckt, meine Texte einem breiteren Publikum zu öffnen und nun war die Möglichkeit da!
Von Poetry Slam hatte ich bis dahin nichts gehört. Habs gegoogelt und geyoutubet, wie das ein normaler Mensch halt tut und danach dachte ich, dass ist ja mal fett wie Cheeseburger.
Den Workshop hat Lars Ruppel gegeben. Ein außerordentlich dummer Mensch mit vielen Haaren auf den Armen nd sehr sehr charmant. Der Workshop war fett. Am Ende bin ich raus gegangen und hab gedacht: Toll, hast nichts gelernt, aber eins ist klar: Du willst so ein cooler Typ wie Lars Ruppel sein! Hat geklappt… Die Dummheit hatte ich ja schon. Im Anschluss an den Workshop fand ein Slam statt. Durch den Sieg auf diesem Slam habe ich lustiger- zufälliger- und glücklicherweise auch gleich meine Teilnahmeberechtigung für den National in Zürich gewonnen und 500 Euro, die mir selbiges auch finanziell ermöglicht haben. Ich Glücksschwein!
So besuchte ich im Vorfeld des Nationals noch ein paar Slams… Vielleicht ein zwei im Monat und in Zürich plötzlich, stand ich mit einem Mal als Sieger da! Hat niemand mit gerechnet. Nur Lars. Im Finale machte ich einen Text über Mathe und Ficken. Ich war super nervös, habe meinen Text vergessen und das Mikro fallen lassen. Irgendwie muss das aber cool gewirkt haben. Ich Glücksschwein!
Tja und ab da gings dann Los wie bei ner Tombola…”
