Mit einem Knall gleich der Pauken des jüngsten Gerichts kanonisiert die ionisierende Meldung in die weiten des Alls bis hin nach Naboo:
Mischa Sarim-Verollet und Bleu Broode werden, glaubt man den Gerüchten, in der Neuverfilmung des Klassikers “Alice im Wunderland”, an der Seite von Jonny Depp als Kinder des verrückten Hutmachers auftreten. Ein geheimes Bild vom Set fiel uns in die Hände:
150 Euro? Madame, das is nich wenig Geld. Davon hatten wir dreimal essen gehen können, ich hatte dich sechs Mal besuchen kommen können, das wären 300 Panini-Sticker Packungen gewesen! À 5 Bilder. Das wären 1500 Panini-Sticker gewesen. Da hätte Christiano Ronaldo bei sein können! Von dem Geld hätte ich mir 30 Kilo frischen Kasseler Nacken kaufen können oder 50 Kilo Spargel, oder sieben Gramm Gold. Ich hätte mit der Bahn nach Zürich und zurück fahren können. Oder nur nach Freiburg und dafür im Bordbistro noch nen Salat essen.
150 Euro, dafür kann man zum Beispiel einen Husky-Schäferhund-Mix-Welpen bekommen, den Ikea Pax-Kleiderschrank mit drei Türen oder eine Haarverlängerung jetzt nur 150,-Euro / Echthaar TOP Angebot. Einfach melden unter 069919881986.Das sind 50 Rosen, 3 Hosen, dafür kriegt man nen riesengroßen… Lutschbonbon oder 300 Dosen Ravioli.
Ich könnt damit zur Hälfte nach Marokko fliegen und dann über dem Mittelmeer abstürzen. Das ist eine Nacht Luxus in München, drei schlechte Blowjobs in Hamburg, 100 schlechte Würstchen in Frankfurt, einen Monat kalt wohnen in Erfurt.
150 Euro…
Das sind 300 Mark. 3000 Reichsmark, 32828 nigerianische Naira, 2.120814 indonesische Rupie.
Selbst Michael Schuhmacher müsste für dieses Geld fast zwei Stunden lang leben.
Wir hätten zu zweit die Jungfernfahrt der Titanic miterleben können, den Absturz der Hindenburg, den Bahncrash in Enschede. Ich könnte dir damit nicht den Mond vom Himmel holen, aber immerhin hätten wir uns ganz romantisch einen Fernseher kaufen können, um die Mondlandung 1969 mit zu erleben.
150 Euro kostet eine originale 1934er Alpenrosenbriefmarke auf geriffeltem Papier direkt aus dem Oberlöchli in der Schweiz. Das sind mehr als ein Breakfast at Tiffanys, mehr als 120 Kilometer Taxifahren, mehr als mit Delfinen zu schwimmen, oder Whales zu watchen oder weight zu watchen oder Bay zu watchen. Mehr als 7500 Mal so rischdisch Kacken zu gehen und danach die Toilettenspülung zu drücken. Die Toilettenspülung zu drücken. Die Toilettenspülung zu drücken. Die Toilettenspülung zu drücken.
Für 150 Euro bekommt man eine Gaspistole samt Munition, aber keine vernünftige Kugelsichere Weste. Für 150 Euro kann man seinem Kind in Bayern drei Jahre lang die Schulbücher bezahlen. Oder der Staat kann davon zwei Tage Gefängnis finanzieren.
150 Euro kostet ein halbe Milchkuh in Ruanda. Oder du kannst dort ein kleines Kind davon sechs Monate lang durchs leben bringen. 40 Euro kostet ein Aidstest. 5 Euro ein Packung Kondome.
Und du fragst mich, was 150 Euro sind?
Letztendlich sind es nur zwei bis drei Lappen Papier.
Wanye Enterprises geht wegen der Finanzkrise Bankrott,
Batman tötet den Joker nicht,
Spiderman zeigt sein Gesicht,
Gollum verliert sein zweites Ich
Und Jason Bourne erinnert sich.
Superman hockt betrunken in einer Ecke und säuft
Indiana Jones vier enttäuscht
Momo hat ihre Zeit verkauft
und Freezer taut langsam auf… und wird Gouverneur von Kalifornien.
Lucky Luke ist tot. Im Alter hat der Schatten dann doch einmal schneller gezogen.
Heidi hat sich Prostituiert und der Ziegen-Peter schlägt sie, wenn er mal wieder betrunken von der Alm kommt. Wicki vegetierte vorübergehend in verschiedenen Entzugskliniken und während er lauter Biene Majas um sich kreisen sieht und sprechende Wildgänse über seinen Kopf hinwegschweben, steht er auf Demos für verstaatlichte Kokain-Abgabe.
Pinocchio wurde wegen der steigenden Ölpreise verheizt. Ironman wurde von Metalldieben entführt.
Nachdem Dornröschen sich damals an dieser verdammten Nadel gestochen hat, hat sie aufgehört zu spinnen. Sie betreibt jetzt eine Schuhmanufaktur voller minderjähriger Arbeiter in Indien. Schneewittchen hat sich von dem Schock mit dem Apfel damals nicht erholt und ist jetzt Magersüchtig. Und die sieben Zwerge? Die sieben Zwerge schufften in Dornröschens Schuhmanufaktur.
Chip und Chap machen ditt und dätt, machen billige Werbespots für Erdnussflips. Elfenbeinjäger haben dem an Diabetes erkrankten,
von Mythen umrankten
Benjamin Blümchen beide Stoßzähne abgeschnitzt.
Karla Kolumna ist während eines Auslandseinsatzes in Afghanistan nahe Pakistan bei einem tragischen Moped-Unfall ums Leben gekommen.
Der Zoo hat geschlossen, seinen Platz hat eine indische Schuhmanufaktur eingenommen.
Arielle ist dem Netz eines Thunfischfängers nicht entgangen – und wird jetzt von Katzen in Form von Whiskas gefressen. Von wegen „Whiskas weiß, was Katzen wollen“.
Tarzan von TKKG wurde auf der Discomeile von einem Türsteher zusammengeschlagen, Klösschen hat Bluthochdruck und Gelenkprobleme, Gabi leidet an Kleptomanie und Computer-Ass Karl zockt den ganzen Tag nur World of Warcraft.
Karlsson vom Dach wurde von einer Flugabwehrrakete der Amerikaner getroffen und liegt auf der Intensivstation, Aladin sitzt mit seinem fliegenden Terppich in Guantanamo.
Speedy Gonzales, die schnellste Maus von Mexiko war gedopt.
Gute Zeiten schlechte Zeiten…
heißt jetzt nur noch schlechte Zeiten. Lindenstraße und Marienhof brennen und in der Sesamstraße wird verbotenene Liebe betrieben.
Und wenn Frodo dann kurz vor dem Schicksalsberg merkt, dass er den einen Ring beim Pokern in Bruchtal verloren hat,, wenn die Hühnergrippe in Entenhausen angekommen ist, dann sollten wir uns Fragen: Warum sind wir erwachsen geworden? Warum haben wir unsere Helden im Stich gelassen? Wir glauben nicht mehr an ihre Ehre und Moral. Wir haben vergessen, vergessen, wie es ist, heldisch zu sein.
Doch was ist das? Eine Melodie in der Ferne. Ein Lied der Hoffnung!
Wenn sich eines Tages die Wege der beiden größten Indianer der Weltgeschichte kreuzen und Winnetou Pocahontas heiratet, dann lasst uns wieder Glauben! Sie werden lauter kleine Kinder bekommen, halb Mensch, halb Zeichentrickfigur. Sie werden stehen für Frieden zwischen Mensch und Natur. Sie werden eine neue Bibel schreiben, Marvel wird sie Verlegen – und unsere Helden von einst wären ihnen ergeben.
Und wenn Wicki erst den ganzen Feinstaub in Deutschlands Straßen weggeschnieft hat, und Dornröschen das Ozonloch zugenäht, dann werde ich neben ihnen stehen.
Meine Stunde ist gekommen, auch ich werde ein Superheld. Unter Anleitung von Mc Giver und Bob dem Baumeister werden wir eine Maschine bauen, die unsere Erdölvorkommen regeneriert und den Co2-Gehalt in der Atmosphäre abbaut.
Diese Maschine wird das Paradies von einst zurückholen.
Ich begehe meinen Lebenslauf nicht auf ausgetretenem Pfade. Neue Wege braucht das Land! Neben der Spur is mit einem Bein schon halb im Grabe, doch
Ich bin Kunst!
Ich rede Scheiße und nenn es Politik!
Ich schrei „Fuck the Police“ und nenne es ein Lied! Ich bin ein Lied in vier Takten. Theater in vier Akten. Ich bin Fakten Fakten Fakten,
ich bin Kunst!
Meine Küche ist ein Stillleben! Teller stapeln sich bis zur Decke, Kochtöpfe stehen, kleben in einander, eine Leberwurst liegt beleidigt in einer Ecke und entwickelt langsam und still Leben. Expressionismus am Küchentisch! Ich esse einen Topf Tomaten, trinke ein Glas Essig, kotz es gegen die Tapete, streu Zucker drauf und nenne es „Ketchup auf Leinwand“.
Ich bin Kunst!
Ich setze Kunstpausen da, wo sie niemand… erwartet.
Meine Augen sehen die Welt aus anderen Augen. Ich springe Seil über meinen Schatten. Wenn ich durch die Straßen laufe, nennt man das Streetart. Ich geh rückwärts rückwärts… Also vorwärts, mit dem Blick voran auf die Märkte und Macher und Schönen und Reichen.
Ich Entwickel ein Parfüm, ein eau de Eigengeruch. Die Haut wie gemalt, jeder Pickel ein Schönheitsfleck! Verbindet man die Pigmentpunkte auf dem Rücken nach dem Prinzip von Malen nach Zahlen, ergibt sich ein Bild meiner Mutter. Das nenne ich ein Muttermal!
Ich stricke mir meine Kleidung selbst… und lauf dann nackt durch die Gegend, weil es Scheiße aussieht. Ich schwimme gegen den Strom. Ich geh, lauf los, bis ich ganz oben auf dem Mount Everest angekommen bin. Mir wird arschkalt, weil ich ja nackt bin, aber das ist egal, denn ganz oben stelle ich mich auf das Gipfelkreuz, pisse gegen den Wind auf einen Elektrozaun und schreie:
ICH BIN KUNST!
Und ich nehme auch die Drogen, die ein Künstler nehmen muss:
Crack, LSD, Kokain, Heroin, Eigenurin, Gras, Brom, Lachgas, Cristal, Uhu-Stick, Nagellackentferner, Poppers, Bier, Wein, Kaffee, Cola, Milch, Morphium, Speed, Pilze, Frösche lecken, Stechapfel, Mohnkuchen, Cookies, Ether, Spice, Corega-Tabs – mit zwei Phasen – , Penizilin, Benizidrin, Ephidrin, Nikotin, Gagain, Dadain, Koffein, Teein, ihn, ihn, ihn und ihn und euch alle… ihr seid meine Droge… und Alkohol
Ich bin Kunst!
Und zwar Moderne!
Noch eine Glatze, doch bald eine Mähne! Haare vom Arsch auf den Kopf transplantiert, da extendiert, coloriert, manipuliert, gegelt, gestylt, frisiert… und schon seh ich aus wie ein Arsch mit Ohren. Und dann wird nicht mehr geschminkt, dann wird gebodypainted! Artificial Arts! Leute lassen sich mein Gesicht auf den Hintern tätowieren und dann scheint ihnen die Sonne aus dem Arsch!
Ich bin Kunst!
Da kann man sich nen Ohr von abschneiden
Ich mache einen Selbstversuch: Ich setze mich nur mit Dieter Bohlens Biographie bewaffnet in einen ansonsten leeren Raum und nehme mir vor, so lange nichts mehr zu essen, bis ich irgendwann das Buch essen muss und mir so sein Leben einverleibe!
Bei Seite 14 muss ich das Experiment allerdings abbrechen… Also bis Seite 14 gelesen… Weil… Naja, Dieter Bohlens Leben halt… Kann ich auch direkt Scheiße fressen.
Aber dann gehe ich direkt zu Punkt zwei über, esse das Buch und dann gleich noch mich selbst! Das ist Selbstmord nach Maß! Wie guter Wein: Ein gelungener Abgang.
Ich bin Tod!
Aber das ist egal, denn als Kunstwerk lebt man ewig!
Stell ein Klo ins Museum und sag, es ist Kunst.
Stell einen Mensch in die Welt und sag, er ist Kunst.
Bald ist mein Buch da!!! Und wenn ihr fein hier auf der Seite sucht, findet ihr sicherlich auch eine Leseprobe! Am 29. Oktober, pünktlich zum National wird es erscheinen!
Also, sobald es da ist: Ab zu Mama, Geld leihen, Buch bei Amazon bestellen, im Buchladen bestellen, bei Lektora bestellen und/oder direkt per Mail bei mir bestellen, lesen, geil finden, weiterempfehlen, nochmal lesen, nochmal geil finden und dann für teuer Geld bei Ebay versteigern und auf die vergoldete Sonderedition mit pinguin-fellernem Einband warten.
„Und mit einem Mal war ich sehr froh, dass ich ja noch lebte. Das hatte ich beinahe vergessen.“
Helge Grün ist ein zeitloser Geist. Lebend irgendwo im nirgendwo teilt er sich seinen Balkon mit einem geheimnisvollen Obdachlosen namens Willie. Bewaffnet mit einer großen Portion Neugier, Fantasie und Tatendrang erleben sie die größten Abenteuer in einer Stadt, in der so viele kleine Dinge geschehen, dass für die großen gar kein Platz mehr ist. Da gibt es Mafia, Unwetter, Bombenentschärfungen, Weltuntergänge, sterbende Blätter, Suizid-Kühe und immer wieder diese Bank vorm Rewe.
„Kleinstadtgeschichten“ ist Bleu Broodes Semi-Debut-Roman. Volles Debut, semi Roman. Und es hat rein gar nichts mit Poetry Slam zu tun. Vollgestopft mit Kurzgeschichten die irgendwie alle für sich stehen, aber irgendwie auch alle irgendwo miteinander zusammenhängen, entführt dieses Buch dahin, wo die Fantasie keine Grenzen kennt.
Der Autor: „Dieses Buch hat rein gar nichts mit Poetry Slam zu tun. Keinen der Texte würde ich je auf einer Slambühne vortragen. Die Geschichten sind eher als Gute-Nacht-Lektüre gedacht. Es ist ein Buch über das Leben. Und wie im richtigen Leben, passiert darin auf den ersten Blick nichts.
Aber wenn man genauer hinsieht entfalten sich Geschichten und Mythen in den banalsten Situationen: Ob es beim weihnachtlichen Kirchgang ist, beim Fußball gucken, beim Einkaufen, oder einfach nur auf einer orange-farbenen Bank sitzend. Nicht umsonst ist der Hauptcharakter Helge Grün etwas zurükgeblieben, er sieht sich nämlich alles lieber zwei Mal an. Er erweckt tote Blätter zum Leben, spricht mit Bienen, hört zu, wenn alte Männer sich streiten und teilt sich seinen Balkon mit einem Obdachlosen.
Eine leichte Lektüre gegen den immerwährenden Alltagstrott. Auf das man vielleicht irgendwann selbst zweimal hinsieht und sich seine eigenen Geschichten spinnt!“