Wenn einen die eigene Unzulänglichkeit mal wieder überfordert, sollte man nicht lange versucht, sich zu bessern. Einfach ablenken. Das kann man heutzutage in vielen Bereichen der Politik und des Krisenmanagements lernen. Daher nun ein Video ohne mich, dafür von und mit meinen drei Geschwistern.
HIer… Dings… Radio… letztens… Ich so in Bremen da bei diesem Radio. Hier dies eine, da wo die immer so Moderieren und son Kram… Weißt du? Ach kein Plan… Kann man wohl auch hier… Dings … warte… hören! Und so linkmäßig… warte… ja genau, der da: http://www.kulturformate.de/popup/1096/index.html
Unter Regie und Anleitung von Wolf Hogekamp ist es einer Gruppe junger, wackerer Studenten gelungen, mich in meiner gewohnten Umgebung einzufangen, heimlich zu filmen und mir dann einfach einen Text auf die Lippen zu legen. Die Ton wurde zuerst separat aufgenommen und dann später über den Text gelegt. Ich playbacke also. Was man daher nicht mitkommt: Eigentlich spreche ich einne Text von Julius Fischer. Durch das Wunder der Technik wirkt es, als würde ich meinen eigenen Text sprechen. Wer den Text von Julius errät kriegt n Eis und kann sich einen noggern!
Und um es mit den Worten Mesut Özils Worten zu sagen:
Ich bin geboren in den achtzigern und ich hole den Pokal in Südafrika!
Just dieser Tage fand ich auf Reisen in meinem Zugabteil ein Exemplar der Qualitätszeitung “Tiroler Woche” und kam nicht umhin, dem optimalen Aufbau der Titelseite meine höchste Anerkennungzu schenken.
Der erste Weimarer Livelyrix Poetry Slam im Mon Ami und wie das Europaliga-Finale historisch.
120 Gäste der feinsten Sorte (Laut, Interessiert und ziemlich gut drauf), ein Kamin auf der Bühne und ein goldenes Fass Bier – was will man mehr? Jeder Slammer des Line-Ups, das ohnehin nicht von schlechen Eltern war (ich kenne tatsächlich nur die wenigsten Slam-Eltern, aber ich denke, sie sieht ziemlich yeah), war noch mal ein Stück besser, als ich es von ihnen kannte. Andre rockte die Bühne wie wer weiß, rockte aber auch den ezhn Uhr Zug und konnte daher nicht am Finale teilnehmen, das somit nur mit Tobi Krone, Marvin und Moritz Neumeyer statt fand. Am Ende slammte Moritz den Sieg in seine Arme. Bei seiner Schlussperformance wischte er das Mikrofon nicht nur zur Seite bzw. um, sondern direkt von der Bühne. Geiler Typ!
Ich bin sehr dankbar für alle Leute die da waren. Sowohl die Slammer, als auch das Orgateam als auch das unheimlich tolle Publikum. Vielen vielen Dank, es war großartig mit euch. Das macht Lust auf mehr!
(Und zwar am 28.10.10, wer sich das schon mal merken will)
Das Bild hat mit folgendem Text nichts zu tun. Ich hab nur kein Bild von Jesus gefunden, das im Zusammenhang nicht blasphemisch gewirkt hätte. Und außerdem ist das Bild cool! Oben der dritte von links ist mein kleiner Cousin. Yeah yeah dance dance.
Lebenslauflücke II:
Als ich drei Tage später in einer dunklen Höhle mit einem Kater olympischen Ausmaßes erwachte, wurde mir klar, dass wir unser letztes Abendmahl vor diesem Garten Gethsemane dann wohl doch etwas zu krass gerockt hatten. Und verdammt, woher kamen diese Löcher in meinen Händen?
Ob der angespannten Lage im nicht internationalen bewaffneten Konflikt in Afghanisten war ich dann doch sehr verwundert über die sehr offensive Werbung der Tischlerei Krieg.
So saß ich denn letzte Woche ganz ruhig und eifernd in meinem Hebräisch-Seminar im Fürstengraben, als direkt hinter den ausufernd großen, ein wenig bestraßendreckten Fenstern ein Umzugswagen hielt. Daran nichts ungewöhnliches. Allerdings prangte auf der schwarzen Plane, die heute gerne zur Herstellung sündhaft teurer und sündhaft häßlicher Taschen genutzt wird, so prangte dort hübsch umspielt von einem Tischlerhobel in großen gelben Lettern der Schriftzug: “Ihr Krieg machts persönlicher.”
Was mich dann doch zum Nachdenken anregte. Und im Andenken der mahnenden Worte Frau Dr. Käßmanns (so nenne ich übrigens neuerdings auch unsere Käsefachverkäuferin im Rewe) fragte ich mich, wie wohl ein Tischler das Leben unserer armen und tapferen Soldaten in Afghanistan erträglicher machen könne. Vielleicht soll er nur den riesigen Stock im Arsch unseres werten Verteidigungsministers bearbeiten.
Folgend stelle ich mein Workshop-Konzept anhand eines 2×4 Std.Workshops vor. Dieses Konzept ist auf eine beliebige Stundenzahl reduzier- bzw. erweiterbar. Grundsätzlich habe ich selbst viel bei Sprechzimmer e.V. (http://www.dykier.de/sprechzimmer) gelernt und meine Workshop-Philosophie deckt sich im hohen Maße mit der ihrigen.
Allgemeines zu Poetry Slam und dem Umgang damit im Schulunterricht / bei Workshops
Seinen Ursprung hat Poetry Slam 1986 bei dem amerikanischen Bauarbeiter Marc Kelly Smith in Chicago. Smith war gelangweilt von der klassischen Form der Lesung bzw. von Dichtungsabenden. Er wollte etwas „moderneres, lebendigeres“ kreieren und rief den Poetry Slam ins Leben.
Poetry Slam ist eine moderne Form der Poesie. Autoren haben die Möglichkeit, auf einer Bühne das Publikum mit selbstgeschriebenen Texten, ihrer Stimme und ihrem Körper zu begeistern. Das Publikum entscheidet durch verscheidene Bewertungsarten, welcher Dichter, welcher Slam Poet ins Finale kommt und schließlich als Gewinner des Abends da steht. Der Text auf einem Stück Papier wird lebendig und ist untrennbar mit seinem Poeten verbunden. So entsteht eine moderne, dynamische und vor allem mitreißende Form der Poesie, der stilistisch von Rap über Beatbox (als moderne Onomatopoesie), Freestyle oder Storytelling bzw. Prosa, bis hin zu klassischer Lyrik keine Grenzen gesetzt sind.
Für den Schulunterricht bzw. Workshops mit Schülerinnen und Schülern bedeutet Poetry Slam eine ideale, die Jugendlichen ansprechende Methode um sie an das Thema Lyrik heranzuführen. Nicht zuletzt gibt es ein besonderes Slam-Format, den „Dead or alive“, bei dem lebende Slam-Poeten gegen tote, von Schauspielern dargestellte klassische Dichter antreten (ich persönlich habe noch nie eine so tolle Performance von Brecht oder Schwab wie letztes Jahr beim Dead or Alive in Freiburg erlebt).
Folgend stelle ich ein Konzept für einen 2×4Std.Workshop vor, der sowohl die Elemente Ideenfindung, kreatives Schreiben und die Behandlung stilistischer Mittel abdeckt, als auch Performance und freies Sprechen vor Gruppen. Ein positiver Nebeneffekt ist das Erlernen von Memorationstechniken. Am Ende des Workshops empfiehlt es sich, den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu bieten, sich selbst im Rahmen eines internen Poetry Slams auf der Bühne auszuprobieren. So haben die Schülerinnen und Schüler einerseits die Möglichkeit, sich selbstbewusst und -kritisch einer Bewertung zu stellen – andererseits sind die bewertenden Schülerinnen und Schüler dazu aufgefordert, sich angemessen kritisch mit der Arbeit der Mitschülerinnen und Mitschüler auseinanderzusetzen, zu bewerten und gegebenenfalls zu begründen. Dies fördert das Selbstbewusstsein des Einzelnen, den Umgang mit anderen und damit den Gruppenzusammenhalt.
Das Ziel meiner Workshops ist es nicht, die Schülerinnen und Schüler zu angehenden Slam-Poeten oder Literaten auszubilden, sondern Spaß an Literatur und dem selbstständigen erstellen von Literatur zu vermitteln, sowie die Schülerinnen und Schüler dazu anzuregen, stolz auf die eigene Arbeit zu sein und verantwortungsbewusst mit Kritik, sowohl im nehmen als auch geben, umzugehen.
Grundsätzliches zu den zwei Workshopeinheiten:
Grundsätzlich bietet es sich an, die zwei Workshopeinheiten auf zwei Tage zu verteilen. An Tag eins steht die Ideenfindung und das Erstellen von Texten im Vordergrund, an Tag zwei die Performance. Die Pause zwischen den Einheiten soll von den Schülerinnen und Schülern genutzt werden, selbstständig Poetry-Slam-Texte zu entwerfen, mit denen dann in der zweiten Workshopeinheit weitergearbeitet werden kann.
Erste Workshopeinheit:
Im Mittelpunkt der ersten Workshopeinheit steht das selbstständige Erstellen von Slam-Texten. Hierzu gehört die Ideenfindung, das Kennenlernen und Erproben verschiedener stilistischer Mittel sowie das spontane kreative Schreiben. Diese müssen nicht voneinander getrennt behandelt werden, sondern können durch verschiedene Aufgabenstellungen gekoppelt werden. Es wechseln sich Spiele, gemeinsames Arbeiten und Nachdenken und selbstständiges Schreiben ab, was eine dynamische, kreative Arbeitsatmosphäre herstellt und erhält. Wichtig hierbei ist, den Schülerinnen und Schülern immer wieder ihren kreativen Freiraum zu lassen. Es soll keinerlei Druck auf die Schülerinnen und Schüler ausgeübt werden, der Spaß am Schreiben soll im Vordergrund stehen. Nach einer gemeinsamen Aufwärmrunde, bei der Geist und Körper auf literarisch spielerische Art und Weise geweckt werden, werden gemeinsam stilistische Mittel erarbeitet und verschiedene Anstöße zur kreativen Ideenfindung gegeben. Folgend geht es in eine Stillarbeitsphase, wo selbstständig kurze Texte bzw. Fragmente entworfen werden sollen (auch Teamtarbeit ist hier gerne gesehen), die anschließend vor und mit der Klasse vorgetragen und reflektiert werden. Dies ist ein erster Schritt zur mündigen
(selbst-)kritischen Bewertung des Erarbeiteten.
Nun wiederholt sich das Element der Ideenfindung und die spontane Arbeit damit in Stillarbeitsphasen. Die Ideenfindung und das Schreiben sowie die Vorstellung des Geschriebenen ist ein dynamischer Prozess, den hier im Einzelnen vorzustellen fehl am Platze ist. Wichtig ist, dass der Workshopleiter / Lehrer sich als Teil der Gruppe versteht und auf Augenhöhe auf spontane Wendungen bzw. Vorschläge der Schülerinnen und Schüler eingeht. Ein Poetry-Slam-Workshop soll also kein starres Konzept abarbeiten sondern immer wieder anders und abhängig von den Einflüssen und der Mitarbeit der Schülerinnen und Schüler sein.
Am Ende der ersten Workshop-Einheit werden erste Kurztexte bzw. Fragmente zu verschiedenen Themen vorliegen, die von den Schülern zur nächsten Workshopeinheit weiter ausgeführt werden sollen (gerne können auch neue Texte entstehen), um ein Fundament für das anschließende Arbeiten an der Performance zu stellen.
Zweite Workshopeinheit:
Im Mittelpunkt der zweiten Workshopeinheit steht die Performance. Hierzu gehört das Kennenlernen und Einsetzen der eigenen Atmung, die Stimmbildung sowie die Interaktion mit dem Mikrofon (wenn vorhanden). Die Leitfrage lautet „Wie kann ich verschiedene Parts meiner Texte und damit den Text als ganzes mit meinem Körper und meiner Stimme wirkungsvoll unterstreichen und darstellen?“
- Vielleicht ein etwas triviales Beispiel: Ein Ausrufezeichen sieht man bei einem vorgelesenen Text nicht -
Zum Aufwärmen werden ein paar stimmliche und körperliche Lockerungsübungen ausgeführt. Der eigene Körper soll kennen gelernt und bewusst benutzt werden. Besonders die Mimik – auch in Bezug auf den Einsatz des Mundraumes als Resonanzkörper – ist hier von Bedeutung. Anschließend findet eine erste Vortragsrunde der vorbereiteten Texte statt. Feedback gibt es hier nur vom Lehrer / Workshopleiter.
Im Hauptteil geht es darum, den Schülerinnen und Schülern das Gefühl auf der Bühne und den Umgang mit der Situation zuvermitteln. Körperhaltung und –sprache, eine laute und deutliche Stimme, die Atmung, verschiedene wirksame Gesten und das Spielen mit Emotionen werden geschult. Im Vordergrund hierbei steht die Arbeit in der Gruppe. Gemeinsam sollen Grenzen und Schüchternheit überwunden werden, was zum einen das Selbstbeusstsein des Einzelnen, zum anderen das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gruppe stärkt.
Im zweiten Teil wird gezielt an den vorbereiteten Texten gearbeitet. Hierbei sollen die Texte vorgetragen und dann von der ganzen Gruppe reflektiert werden. Ehrlichkeit und Einfühlsamkeit bei der Kritik von seiten der Zuhörenden ist enorm wichtig. Hier ist auf der einen Seite ein großes Vertrauen innerhalb der Gruppe gefragt, auf der anderen Seite wird dieses natürlich auch gefördert
Poetry Slam:
Im besten (aber auch gewöhnlichen) Falle schließt sich an den zweiten Workshop ein regulärer Slam in der Öffentlichkeit an. So können die Schülerinnen und Schüler die erlernten Fertigkeiten gleich erproben und so den Spaß an der Sache aufrecht erhalten. Natürlich kann, soll und darf man hier niemanden auf die Bühne zwingen. Die Beteiligung der Schülerinnen und Schüler an den anschließenden Slams liegt allerdings für gewöhnlich bei rund 90 Prozent.
Von Benotungen der Vorträge mit Einfluss auf das Schulzeugnis ist dringend abzuraten! Da hierdurch eine Drucksituation aufgebaut wird, die kontraproduktiv zu der gesamten vorherigen Arbeit ist.