Du, sagst, du bist gegen den Klimawandel, deshalb hast du Ökostrom. Aber so ein Flug nach München ist halt schon schneller als ein Zug. Und wenn du früh genug bestellst, kannst du das richtig günstig haben.
Du sagst, du bist für Religionsfreiheit, aber Minarette verschandeln ja nun wirklich das Stadtbild!
Du bist gegen Vergewaltigung, aber Roman Polanski sei ein toller Regisseur. Das wär schon schade drum, wenn der wirklich ins Gefängnis müsse.
Du sagst, Arbeit muss sich wieder lohnen, dann macht Arbeit auch endlich wieder Freude!
Deine Statussymbole sind zwei Patenkinder in Ruanda, aber wenn das mit der Wirtschaftskrise so weitergeht, musst du wohl bald eins verkaufen.
Und wenn man dann wieder in den Nachrichten sieht, wie nach einer Flutkatastrophe oder einem Erdbeben Bagger Berge von Leichen bergen, und die Kamera zoomt auf das weinende Kind, dass gerade seinen Bruder verloren hat, dann bist du froh, dass es dir hier so gut geht.
Und dann spendest du vier Euro an „Bild – ein Herz für Kinder“ und holst dir einen drauf runter.
Ob der angespannten Lage im nicht internationalen bewaffneten Konflikt in Afghanisten war ich dann doch sehr verwundert über die sehr offensive Werbung der Tischlerei Krieg.
So saß ich denn letzte Woche ganz ruhig und eifernd in meinem Hebräisch-Seminar im Fürstengraben, als direkt hinter den ausufernd großen, ein wenig bestraßendreckten Fenstern ein Umzugswagen hielt. Daran nichts ungewöhnliches. Allerdings prangte auf der schwarzen Plane, die heute gerne zur Herstellung sündhaft teurer und sündhaft häßlicher Taschen genutzt wird, so prangte dort hübsch umspielt von einem Tischlerhobel in großen gelben Lettern der Schriftzug: “Ihr Krieg machts persönlicher.”
Was mich dann doch zum Nachdenken anregte. Und im Andenken der mahnenden Worte Frau Dr. Käßmanns (so nenne ich übrigens neuerdings auch unsere Käsefachverkäuferin im Rewe) fragte ich mich, wie wohl ein Tischler das Leben unserer armen und tapferen Soldaten in Afghanistan erträglicher machen könne. Vielleicht soll er nur den riesigen Stock im Arsch unseres werten Verteidigungsministers bearbeiten.
Folgend stelle ich mein Workshop-Konzept anhand eines 2×4 Std.Workshops vor. Dieses Konzept ist auf eine beliebige Stundenzahl reduzier- bzw. erweiterbar. Grundsätzlich habe ich selbst viel bei Sprechzimmer e.V. (http://www.dykier.de/sprechzimmer) gelernt und meine Workshop-Philosophie deckt sich im hohen Maße mit der ihrigen.
Allgemeines zu Poetry Slam und dem Umgang damit im Schulunterricht / bei Workshops
Seinen Ursprung hat Poetry Slam 1986 bei dem amerikanischen Bauarbeiter Marc Kelly Smith in Chicago. Smith war gelangweilt von der klassischen Form der Lesung bzw. von Dichtungsabenden. Er wollte etwas „moderneres, lebendigeres“ kreieren und rief den Poetry Slam ins Leben.
Poetry Slam ist eine moderne Form der Poesie. Autoren haben die Möglichkeit, auf einer Bühne das Publikum mit selbstgeschriebenen Texten, ihrer Stimme und ihrem Körper zu begeistern. Das Publikum entscheidet durch verscheidene Bewertungsarten, welcher Dichter, welcher Slam Poet ins Finale kommt und schließlich als Gewinner des Abends da steht. Der Text auf einem Stück Papier wird lebendig und ist untrennbar mit seinem Poeten verbunden. So entsteht eine moderne, dynamische und vor allem mitreißende Form der Poesie, der stilistisch von Rap über Beatbox (als moderne Onomatopoesie), Freestyle oder Storytelling bzw. Prosa, bis hin zu klassischer Lyrik keine Grenzen gesetzt sind.
Für den Schulunterricht bzw. Workshops mit Schülerinnen und Schülern bedeutet Poetry Slam eine ideale, die Jugendlichen ansprechende Methode um sie an das Thema Lyrik heranzuführen. Nicht zuletzt gibt es ein besonderes Slam-Format, den „Dead or alive“, bei dem lebende Slam-Poeten gegen tote, von Schauspielern dargestellte klassische Dichter antreten (ich persönlich habe noch nie eine so tolle Performance von Brecht oder Schwab wie letztes Jahr beim Dead or Alive in Freiburg erlebt).
Folgend stelle ich ein Konzept für einen 2×4Std.Workshop vor, der sowohl die Elemente Ideenfindung, kreatives Schreiben und die Behandlung stilistischer Mittel abdeckt, als auch Performance und freies Sprechen vor Gruppen. Ein positiver Nebeneffekt ist das Erlernen von Memorationstechniken. Am Ende des Workshops empfiehlt es sich, den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu bieten, sich selbst im Rahmen eines internen Poetry Slams auf der Bühne auszuprobieren. So haben die Schülerinnen und Schüler einerseits die Möglichkeit, sich selbstbewusst und -kritisch einer Bewertung zu stellen – andererseits sind die bewertenden Schülerinnen und Schüler dazu aufgefordert, sich angemessen kritisch mit der Arbeit der Mitschülerinnen und Mitschüler auseinanderzusetzen, zu bewerten und gegebenenfalls zu begründen. Dies fördert das Selbstbewusstsein des Einzelnen, den Umgang mit anderen und damit den Gruppenzusammenhalt.
Das Ziel meiner Workshops ist es nicht, die Schülerinnen und Schüler zu angehenden Slam-Poeten oder Literaten auszubilden, sondern Spaß an Literatur und dem selbstständigen erstellen von Literatur zu vermitteln, sowie die Schülerinnen und Schüler dazu anzuregen, stolz auf die eigene Arbeit zu sein und verantwortungsbewusst mit Kritik, sowohl im nehmen als auch geben, umzugehen.
Grundsätzliches zu den zwei Workshopeinheiten:
Grundsätzlich bietet es sich an, die zwei Workshopeinheiten auf zwei Tage zu verteilen. An Tag eins steht die Ideenfindung und das Erstellen von Texten im Vordergrund, an Tag zwei die Performance. Die Pause zwischen den Einheiten soll von den Schülerinnen und Schülern genutzt werden, selbstständig Poetry-Slam-Texte zu entwerfen, mit denen dann in der zweiten Workshopeinheit weitergearbeitet werden kann.
Erste Workshopeinheit:
Im Mittelpunkt der ersten Workshopeinheit steht das selbstständige Erstellen von Slam-Texten. Hierzu gehört die Ideenfindung, das Kennenlernen und Erproben verschiedener stilistischer Mittel sowie das spontane kreative Schreiben. Diese müssen nicht voneinander getrennt behandelt werden, sondern können durch verschiedene Aufgabenstellungen gekoppelt werden. Es wechseln sich Spiele, gemeinsames Arbeiten und Nachdenken und selbstständiges Schreiben ab, was eine dynamische, kreative Arbeitsatmosphäre herstellt und erhält. Wichtig hierbei ist, den Schülerinnen und Schülern immer wieder ihren kreativen Freiraum zu lassen. Es soll keinerlei Druck auf die Schülerinnen und Schüler ausgeübt werden, der Spaß am Schreiben soll im Vordergrund stehen. Nach einer gemeinsamen Aufwärmrunde, bei der Geist und Körper auf literarisch spielerische Art und Weise geweckt werden, werden gemeinsam stilistische Mittel erarbeitet und verschiedene Anstöße zur kreativen Ideenfindung gegeben. Folgend geht es in eine Stillarbeitsphase, wo selbstständig kurze Texte bzw. Fragmente entworfen werden sollen (auch Teamtarbeit ist hier gerne gesehen), die anschließend vor und mit der Klasse vorgetragen und reflektiert werden. Dies ist ein erster Schritt zur mündigen
(selbst-)kritischen Bewertung des Erarbeiteten.
Nun wiederholt sich das Element der Ideenfindung und die spontane Arbeit damit in Stillarbeitsphasen. Die Ideenfindung und das Schreiben sowie die Vorstellung des Geschriebenen ist ein dynamischer Prozess, den hier im Einzelnen vorzustellen fehl am Platze ist. Wichtig ist, dass der Workshopleiter / Lehrer sich als Teil der Gruppe versteht und auf Augenhöhe auf spontane Wendungen bzw. Vorschläge der Schülerinnen und Schüler eingeht. Ein Poetry-Slam-Workshop soll also kein starres Konzept abarbeiten sondern immer wieder anders und abhängig von den Einflüssen und der Mitarbeit der Schülerinnen und Schüler sein.
Am Ende der ersten Workshop-Einheit werden erste Kurztexte bzw. Fragmente zu verschiedenen Themen vorliegen, die von den Schülern zur nächsten Workshopeinheit weiter ausgeführt werden sollen (gerne können auch neue Texte entstehen), um ein Fundament für das anschließende Arbeiten an der Performance zu stellen.
Zweite Workshopeinheit:
Im Mittelpunkt der zweiten Workshopeinheit steht die Performance. Hierzu gehört das Kennenlernen und Einsetzen der eigenen Atmung, die Stimmbildung sowie die Interaktion mit dem Mikrofon (wenn vorhanden). Die Leitfrage lautet „Wie kann ich verschiedene Parts meiner Texte und damit den Text als ganzes mit meinem Körper und meiner Stimme wirkungsvoll unterstreichen und darstellen?“
- Vielleicht ein etwas triviales Beispiel: Ein Ausrufezeichen sieht man bei einem vorgelesenen Text nicht -
Zum Aufwärmen werden ein paar stimmliche und körperliche Lockerungsübungen ausgeführt. Der eigene Körper soll kennen gelernt und bewusst benutzt werden. Besonders die Mimik – auch in Bezug auf den Einsatz des Mundraumes als Resonanzkörper – ist hier von Bedeutung. Anschließend findet eine erste Vortragsrunde der vorbereiteten Texte statt. Feedback gibt es hier nur vom Lehrer / Workshopleiter.
Im Hauptteil geht es darum, den Schülerinnen und Schülern das Gefühl auf der Bühne und den Umgang mit der Situation zuvermitteln. Körperhaltung und –sprache, eine laute und deutliche Stimme, die Atmung, verschiedene wirksame Gesten und das Spielen mit Emotionen werden geschult. Im Vordergrund hierbei steht die Arbeit in der Gruppe. Gemeinsam sollen Grenzen und Schüchternheit überwunden werden, was zum einen das Selbstbeusstsein des Einzelnen, zum anderen das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gruppe stärkt.
Im zweiten Teil wird gezielt an den vorbereiteten Texten gearbeitet. Hierbei sollen die Texte vorgetragen und dann von der ganzen Gruppe reflektiert werden. Ehrlichkeit und Einfühlsamkeit bei der Kritik von seiten der Zuhörenden ist enorm wichtig. Hier ist auf der einen Seite ein großes Vertrauen innerhalb der Gruppe gefragt, auf der anderen Seite wird dieses natürlich auch gefördert
Poetry Slam:
Im besten (aber auch gewöhnlichen) Falle schließt sich an den zweiten Workshop ein regulärer Slam in der Öffentlichkeit an. So können die Schülerinnen und Schüler die erlernten Fertigkeiten gleich erproben und so den Spaß an der Sache aufrecht erhalten. Natürlich kann, soll und darf man hier niemanden auf die Bühne zwingen. Die Beteiligung der Schülerinnen und Schüler an den anschließenden Slams liegt allerdings für gewöhnlich bei rund 90 Prozent.
Von Benotungen der Vorträge mit Einfluss auf das Schulzeugnis ist dringend abzuraten! Da hierdurch eine Drucksituation aufgebaut wird, die kontraproduktiv zu der gesamten vorherigen Arbeit ist.
Wenn man sich die Form des Menschen, wie er aufrecht durch sein Leben geht, genau anschaut, dann wirkt er doch auf eine Art und Weise wie ein wandelnder Phallus…
Bei der Vorrunde des zweiten Petersberger Poetry Slam musste Tim Popkultur eine herbe Niederlage gegen das Team Hochkultur in Kauf nehmen. Schon zu Beginn lagen die Chancen auf den Sieg ungleich verteilt. Tim Popkultur auf Startplatz eins, Team Hochkultur auf Startplatz neun von zehn.
Dennoch gab Tim Popkultur alles: Stefan Dörspaddle und Bro Bleude überzeugten mit Team-, Text und Kopfstand-Performance. Das Publikum tobte, die Jurytafeln jedoch nicht. Jedoch: Ein furioser Start und eine Messlatte an der wohl auch Ariane Friedrich zu kämpfen gehabt hätte war gelegt.
Nun dauerte es eine Weile, bis der direkte Konkurrenz auf die Bühne kam. Genug Zeit für die Dekadenz, sich am Wein for free gütlich zu tun. Verscheidene Stimmen zur Pause: “Wow, toller Kopfstand.” “Wärd ihr nicht am Anfang gewesen, hätte ich auch viel besser bewertet. ” “Ist Stefan Dörsing wirklich so klein, oder sieht das nur so aus?” “Habt ihr Lust, beim BND zu arbeiten?” “Ameisenmann mag das! Super!”
Zur zweiten Runde der des Slams schwebte das Publikum quasi schon auf einer Wolke des Alkohols. Selbst kleinste Kinder taumelten auf ihren Sitzplatzen hin und her. Lars Ruppel als Moderator konnte das Publikum kaum noch bändigen. Sio war es nicht verwunderlich, das gegen Ende des Abends, zum Auftritt des Teams Hochkultur um Tommy Testfahrt und Julian Heunecker, die zehnen quasi nur so in die Luft flogen. Keine Chance für Tim Popkultur, der Sieger der Vorrunde stand fest. Der Fairness halber muss gesagt werden, dass Team Hochkultur tatsächlich sehr gut war. Sie überzeugten mit einem Diss gegen das Müslivolk, verschiedenen Beleidigungen und einer Hommage an Stefan Dörsing. Aber: War das Hochkultur. Ja, denn die Anfeindungen waren durchweg auf literarsich hochwertigem Niveau.
Happy End: Beide Teams qualifizierten sich für die Endrunde auf dem Petersberg, dort wird es ein Re-Match geben.
Versöhnlich feierten die vier Poesie-Matadoren noch bis spät in die Nacht gemeinsam in einer Badewanne bei Sekt und N24-Sendungen über Äthiopen und die Australische Bahn.
Hier sehen wir die beiden Teams nach der Veranstaltung mit Moderatoren Königin Lars Ruppel:
Mit einem Knall gleich der Pauken des jüngsten Gerichts kanonisiert die ionisierende Meldung in die weiten des Alls bis hin nach Naboo:
Mischa Sarim-Verollet und Bleu Broode werden, glaubt man den Gerüchten, in der Neuverfilmung des Klassikers “Alice im Wunderland”, an der Seite von Jonny Depp als Kinder des verrückten Hutmachers auftreten. Ein geheimes Bild vom Set fiel uns in die Hände:
150 Euro? Madame, das is nich wenig Geld. Davon hatten wir dreimal essen gehen können, ich hatte dich sechs Mal besuchen kommen können, das wären 300 Panini-Sticker Packungen gewesen! À 5 Bilder. Das wären 1500 Panini-Sticker gewesen. Da hätte Christiano Ronaldo bei sein können! Von dem Geld hätte ich mir 30 Kilo frischen Kasseler Nacken kaufen können oder 50 Kilo Spargel, oder sieben Gramm Gold. Ich hätte mit der Bahn nach Zürich und zurück fahren können. Oder nur nach Freiburg und dafür im Bordbistro noch nen Salat essen.
150 Euro, dafür kann man zum Beispiel einen Husky-Schäferhund-Mix-Welpen bekommen, den Ikea Pax-Kleiderschrank mit drei Türen oder eine Haarverlängerung jetzt nur 150,-Euro / Echthaar TOP Angebot. Einfach melden unter 069919881986.Das sind 50 Rosen, 3 Hosen, dafür kriegt man nen riesengroßen… Lutschbonbon oder 300 Dosen Ravioli.
Ich könnt damit zur Hälfte nach Marokko fliegen und dann über dem Mittelmeer abstürzen. Das ist eine Nacht Luxus in München, drei schlechte Blowjobs in Hamburg, 100 schlechte Würstchen in Frankfurt, einen Monat kalt wohnen in Erfurt.
150 Euro…
Das sind 300 Mark. 3000 Reichsmark, 32828 nigerianische Naira, 2.120814 indonesische Rupie.
Selbst Michael Schuhmacher müsste für dieses Geld fast zwei Stunden lang leben.
Wir hätten zu zweit die Jungfernfahrt der Titanic miterleben können, den Absturz der Hindenburg, den Bahncrash in Enschede. Ich könnte dir damit nicht den Mond vom Himmel holen, aber immerhin hätten wir uns ganz romantisch einen Fernseher kaufen können, um die Mondlandung 1969 mit zu erleben.
150 Euro kostet eine originale 1934er Alpenrosenbriefmarke auf geriffeltem Papier direkt aus dem Oberlöchli in der Schweiz. Das sind mehr als ein Breakfast at Tiffanys, mehr als 120 Kilometer Taxifahren, mehr als mit Delfinen zu schwimmen, oder Whales zu watchen oder weight zu watchen oder Bay zu watchen. Mehr als 7500 Mal so rischdisch Kacken zu gehen und danach die Toilettenspülung zu drücken. Die Toilettenspülung zu drücken. Die Toilettenspülung zu drücken. Die Toilettenspülung zu drücken.
Für 150 Euro bekommt man eine Gaspistole samt Munition, aber keine vernünftige Kugelsichere Weste. Für 150 Euro kann man seinem Kind in Bayern drei Jahre lang die Schulbücher bezahlen. Oder der Staat kann davon zwei Tage Gefängnis finanzieren.
150 Euro kostet ein halbe Milchkuh in Ruanda. Oder du kannst dort ein kleines Kind davon sechs Monate lang durchs leben bringen. 40 Euro kostet ein Aidstest. 5 Euro ein Packung Kondome.
Und du fragst mich, was 150 Euro sind?
Letztendlich sind es nur zwei bis drei Lappen Papier.