Anna, die bezaubernde Kaffeverkäuferin

posted by Bleu Broode on 2009.10.15, under Neuigkeiten
15:

Herr Herrmann Mann,

ein einsamer Same,

wär vielleicht viel leichter dran,

hätte der arme eine Dame,

denn die, die die diamantenen Herzen der Damen gewinnen, nennen nennenswerte Werteforscher sicherlich Glücklich

doch Herr Herrmann Mann

sieht durchaus durch aus

und keine kleine Dame entzückt sich

Unternehmen unternehmen viel,

vielleicht leicht viel zu viel

„Schönheit in nur einem Jahr, ja wahrlich wahr“, wars was man warb, was man verspricht.

Verschönern, schön an sich,

doch irgendwann dann wandern

bei Herrn Herrmann Mann

alle Versuche suchend ins nichts

Mak mag Magermodels,

Matt mag Mett

Und er, Herr Herman Mann,

er käm gern bei Anna an,

an Annas Ananas nassnasig naschen,

davon träumt Herr Herman Mann

schon unwahrscheinlich lange,

doch vor ihm im Kaffee-Geschäfte eine komisch konisch lange Schlange

da half kein Murren, Schnurren, Gurren oder Quaken,

das einzige, was man machen konnte,

und ich sag es, weil es wahr war,

war warten.

Denn ihr Kaffee war besser als aus diesen Automaten.

Das liebte man so an ihr.

Ihr irisches Kaffesortiment, ihren englischen Tee mit orientalischen Gewürzen, ihre Milchshakes oh mein Gott!

Oder, wenn man wollte auch nur einen Pott Pott.

Nichts gegen Mandy, die mechanische Kaffee-Fee, mit ihren Kaffee-Fee-Fähigkeiten von go to to to go.

Nein, Anna war gar wunderbar, bar barbarischer Makel

und es konnten ihre Körperformen Formen formen… formulieren wir es so:

Sie konnte sich mit ihren Brüsten brüsten.

Sie, sie war sein Traum, Raum seines Herzens hatte sie gewonnen.

Er, der very poore pure Downtown-Clown,

sie das  coole Girl aus der Uptown.

Doch bricht dein Herz einmal entzwei, oder vielleicht sogar in Drittel,

dann fühl dich nicht als Abschaum

streu Streusalz als Wunder-Wund-Allheilmittel,

dann kannst du ja vielleicht sogar die Uptown abtau’n…

Ein Aufruf an 3 verloren gegangene Freunde

15:

Du, du trägst einen schwarzen Anzug. Mit einer rot benadelstreiften Krawatte. Du trägst schwarze Haare, mit lila Strähnchen drin, damit die Welt mal ein bisschen bunter ist. Und wenn du nicht mehr lachen kannst, dann setzt du dir so Glitzersternchen in die Zähne. Die Strahlen imer!

Du isst gerne Fleisch, aber ansonsten versuchst du, vegetarisch zu leben. Deshalb sagst du auch „Quotationsmarks“ und nicht „Gänsefüßchen“. Dein Obst kommt von freilaufenden Bäumen. Deine Krawatten sind von glücklichen Seidenraupen. Du achtest darauf, dass deine Sneekers nur von Kindern aus Bodenhaltung gemacht werden.

Du bist cool. Du liegst im Trend. Perfekt gestylt von hier bis zu deinem letzten Hemd.

Du, du schreibst kein Tagebuch, du schreibst dein Leben Protokoll.

Morgens auf stehen, abends schlafen gehen und du fragst dich, was das soll-

Du warst immer so geht so, so Mittelmum.

Du bist normal. Du bist so normal, du wärst ein guter Selbstmordattentäter. Von dem dann die Nachbarn und Familienangehörigen später sagen: „Was? Unser Timo. Ojemine! Das hätten wir nun wirklich nicht erwartet. Der war doch immer so normal.“

Du bist normal, so normal. Anders willst du gar nicht sein.

Auch wenn es nicht die Wahrheit ist, so wahrst du doch den Schein

Wenn du johlst, dann johlst du laut und schreist: „Heeeey! Geht so!“

Und du: Liebe ist für dich zu Emo und Sex hast du nur für das Rauchen hinterher.

Erzähl ich dir von meinen Problemen, sind es bei dir immer mehr.

Du nimmst die Pille danach, denn du würdest dich gern selbst abtreiben.

Du hörst das Leid nicht gern von andern, du möchtest lieber selber leiden.

Und die Sonne geht auf und die Sonne geht unter und strebt nach dam Ort, wo sie auf geht. Und du stehst auf, aber wirst nimmer munter und du strebst nach dem Tag, da du draufgehst.

Wenn man dich fragt, wies dir geht, dann sagst du meist: „Ach frag man lieber nich.“

Wenn man dir sagt, dass man dich liebt, dann fragst du, sorgst du dich denn auch um mich?

Du kommst vom Regen in die Traufe und von der Traufe in den Schnee

In dir lodern schon lange keine Flammen mehr,

es läuft ne Kaminfeuer-DVD.

Krieg den Arsch hoch

Zieh den Stock raus

Bau dir nen Zepter

Oder nen Pflock draus

Du hast n Arsch voll Probleme, dann scheiß doch die Wand an.

Tapeten kann man neu beziehen, du musst bloß mal anfangen.

– und dann musst du vielleicht mal knietief in der Scheiße stehen, aber so wie es jetzt ist, so kanns nicht weitergehen.

Krieg den Arsch hoch!

Zieh den Rock aus!

Leg die Eier auf den Tisch!

Änder mal die Sicht

Duuuu kennst das ja:

Die ersten werden die letzten sein,

die derbsten werden die whacksten sein,

die Verse werden die Sätze sein

Wenn du beim Sport immer als letztes gewählt wurdest, dann werd halt Tennislehrer. Dann bist du der Typ, mit dem die Frauen die Typen hintergehen, die dich früher immer ausgelacht haben!

Wenn dein Chef dir wieder mal sagt, dass du dieses falsch, jenes schlecht und überjenes aber mal wieder sowas von verbockt hast, dann schlag ihm ins Gesicht. Verbal und freundlich natürlich, aber bestimmt. Schlag es durch die Blume.

Und wenn du beim Theaterspielen wieder mal der Baum sein musst, dann wirst du der verdammt nochmal beste Baum dieses Universums sein. Sei der Waldschrat. In deinen Blättern wird man den Wind rascheln hören,  Uhus werden zwischen deine Ästen hausen und Horden von Eichhörnchen werden aus allen Ecken und Winkeln gerannt, durch Fenster und Türen gekrochen und über höchste Hindernisse gesprungen kommen, nur um eine paar Nüsse in dir zu verstecken. Kritiker werden schreiben: Baum: Ekstatisch! Der Baum stellte alle in den Schatten. Mitloff beherrschte den Romeo, Svalettka überzeugte als Julia, aber Günzelsen als Baum überragte sie alle. Jung, dynamisch, vital. Du bist der Baum, Mann!

Sei kein Frosch! Sei eine Kröte! Eine grüngelb gestreifte Sumpfrohrkröte, mit dem giftigsten Schleim und der längsten Zunge überhaupt! Flieg wie ein Schmetterling, stich wie eine Biene!

Du hast nur eine Hand voll Leben, also nimm es in die Hand

Und erst wenn du mal den Teufel triffst, dann mal ihn an die Wand

Ich bin Kunst!

posted by Bleu Broode on 2009.10.11, under Ich bin Kunst
11:

Christo sagt:

„Vergänglichkeit ist ein großer Teil meiner Vorstellung von Kunst. Denn die Zerstörung ist eingeplant.“

Ich sage:

Ich bin Kunst!

Ich begehe meinen Lebenslauf nicht auf ausgetretenem Pfade. Neue Wege braucht das Land! Neben der Spur ist mit einem Bein schon halb im Grabe, doch

Ich bin Kunst!

Und meine Küche ist ein Stillleben! Teller stapeln sich bis zur Decke, Kochtöpfe stehen, kleben neben- und ineinander, eine Leberwurst liegt beleidigt in einer Ecke und entwickelt langsam und still Leben. Expressionismus am Küchentisch! Ich esse einen Topf Tomaten, trinke ein Glas Essig, kotz es gegen die Tapete, streu Zucker drauf und nenne das ganze „Ketchup auf Leinwand“.

Ich bin Kunst!

Ich erfinde völlig eigene Wortkreationen wie: „Das ist ja total torpedostyle, Digger!“

Ich setze Kunstpausen da, wo sie niemand… erwartet.

Mein Finger liegt im Auge des Betrachters. Ich trage Brillen aus Fensterglas, Fenster aus Brillenglas, Gläser aus Bechern, Bächer aus Flüssen, Flüsse aus Seen und apropos Aussehen:

Die Haut wie gemalt, jeder Pickel ein Schönheitsfleck! Verbindet man die Leberflecken auf meinem Rücken nach dem Prinzip von Malen nach Zahlen, ergibt sich ein Bild meiner Mutter. Das nenne ich ein Muttermal, das sich sehen lassen kann!

Ich bin Kunst!

Ich trage keine Designerklamotten. Ich trage das Adamskostüm, nur mit einem Buchsbaumblattvor der Scham bekleidet.

Ich schwimme gegen den Strom, ein ausgetrocknetes Flussbett hinauf, bis ich ganz oben auf dem Olymp angekommen bin. Mir wird arschkalt, weil so ein Buchsbaumblatt echt nicht viel hergibt, aber das ist egal, denn ganz oben stelle ich mich auf das Gipfelkreuz, pisse gegen den Wind auf einen Elektrozaun und schreie:

Ich bin Kunst!

Und ich nehme auch die Drogen, die ein Künstler nehmen muss:

Crack, LSD, Kokain, Heroin, Eigenurin, Gras, Brom, Lachgas, Cristal, Uhu-Stick, Nagellackentferner, Poppers, Bier, Wein, Kaffee, Cola, Milch, Morphium, Speed, Pilze, Frösche lecken, Stechapfel, Mohnkuchen, Cookies, Ether, Spice, Corega-Tabs – mit zwei Phasen – , Penizilin, Benizidrin, Ephidrin, Nikotin, Gagain, Dadain, Koffein, Teein, ihn, ihn, ihn und ihn und euch alle… ihr seid meine Droge

Ich bin Kunst

Und zwar Moderne!

Noch eine Glatze, doch bald eine Mähne! Haare vom Arsch auf den Kopf transplantiert, da extendiert, coloriert, manipuliert, gegelt, gestylt, frisiert… und schon seh ich aus wie ein Arsch mit Ohren. Und dann wird nicht mehr geschminkt, dann wird gebodypainted! Artificial Arts! Selbst mein Lächeln ist künstlich. Leute lassen sich mein Gesicht auf den Hintern tätowieren und dann scheint ihnen die Sonne aus dem Arsch!

Ich bin Kunst!

Da kann man sich nen Ohr von abschneiden.

Ich stelle mich vor das Bild eines aufstrebenden Jungkünstlers und sage zu ihm: „Katze… Feuer… Probier es mal damit.

Ich werfe Steine im Glashaus, Scheine im Freudenhaus, Kohlendioxid im Treibhaus, Schuhe im weißen Haus, n Arsch voll Probleme? Ich scheiß drauf! Ich nehm reiß aus! Schmeiße Schnitzel vom Grill und lege Mais auf! Mach dir da mal nen Reim drauf! … Torpedostyle.

Ich… sprenge den Reichstag. Das hat nichts mit Kunst zu tun. Es wäre einfach an der Zeit. Aber die Kritiker werden sich den Kopf zerbrechen: Broode sprengt den Reichstag. Was will er uns damit sagen? Ein Aufschrei gegen die Menschheit? Ein anprangern der vorherrschenden gesellschaftlichen Strukturen? Katze? Feuer?

Und dann, wenn ich alles erreicht habe, wenn es in den Trümmern um mich herum vor Ehrfurcht buchsbäumchenstill wird, dann mache ich Kunst vergänglich, nehme ein Seil und…

Bleu Broode unterwegs!

posted by Bleu Broode on 2009.10.11, under Bleu Broode unterwegs!
11:

03.03 Husum, Speicher – Lesung “Wo die Kartoffeln auf Bäumen wachsen”

04.03 Leipzig, Distillery – Moderation Livelyrix Poetry Slam

7.-10.03 Finnland

10.03 Berlin, Lido – Fahrradgang Teambattle

13.03 Weimar, Mon Ami – Moderation Poetry Slam Weimar

17.03 Leipzig, Neues Schauspiel – Moderation Westslam

01.04 Leipzig, Distillery – Moderation Livelyrix Poetry Slam

15.04 Leipzig, Muko – Moderation Best Of Poetry Slam

21.04 Leipzig, Neues Schauspiel – Moderation Westslam

28.04 Mannheim, Nationaltheater – Fightnight of the Arts

06.05 Leipzig, Distillery – Moderation Livelyrix Poetry Slam

19.05 Leipzig, Neues Schauspiel – Moderation Westslam

28.05 Leipzig – Poetry Salm zum Katholikentag

29.05 Weimar, Mon Ami – Moderation Poetry Slam Weimar

03.06 Leipzig, Distillery – Moderation Leipziger Stadtmeisterschaften

05.06 Hannover, Staatsoper – Poetry Slam

07.06 Hamburg, Thalia Theater – Poetry Slam

11.06 Lüneburg – Saisonfinale Poetry Slam

12.06 Düsseldorf, Zakk – Lesung “Brasilien”

Geschriebenes

posted by Bleu Broode on 2009.10.05, under Geschriebenes
05:

Ein paar Beispiele für Slamtexte.

Und eine sehr unzureichende Zusammenstellung von Büchern, an denen ich beteiligt war.